Streptokokken bei Ferkeln
Ein unterschätzter Feind in der Ferkelaufzucht
Streptokokken, insbesondere Streptococcus suis, gehören zur natürlichen Mikroflora des Schweines und sind hauptsächlich auf Schleimhäuten und im Darm zu finden. Gefährlich wird es, wenn sie z.B. durch Schleimhautverletzungen oder Stress in den Blutkreislauf von Ferkeln eindringen. Besonders in der Absetz- und Aufzuchtphase kann es zu Streptokokken-Infektionen mit schweren Folgen kommen.
Typische Krankheitsbilder von Streptokokken-Infektionen bei Ferkeln:
- Hirnhautentzündung mit typischer Schiefhaltung des Kopfes – eines der häufigsten Symptome bei Streptokokken
- Entzündungen von Lunge, Gelenken oder Herzklappen
- Blutvergiftung (Sepsis) mit plötzlichen Todesfällen bei Ferkeln
- Nabelentzündungen bei Saugferkeln
- Abszesse, die häufig im Bereich der Kastrationswunden auftreten
Verbesserte Haltungs- und Managementbedingungen in Kombination mit einem angepassten Fütterungskonzept sind entscheidende Maßnahmen zur Vermeidung von Streptokokken-Infektionen, Hirnhautentzündung und anderen Entzündungen bei Ferkeln.
Haltung & Management – Kritische Zeitpunkte und Infektionswege von Streptokokken
1. Infektion während der Geburt – Risiko im Abferkelstall
Schon während der Geburt können sich Ferkel mit Streptokokken infizieren – etwa über die vaginale Schleimhaut der Sau. Kommt es gleichzeitig zu einer MMA-Erkrankung (Mastitis-Metritis-Agalaktie), steigt das Risiko für Streptokokken-Infektionen zusätzlich. Ferkel erhalten weniger Kolostrum, das Immunsystem ist geschwächt, und es kommt zu Kämpfen um die Zitzen. Diese Kämpfe führen häufig zu Gelenkschürfungen und Schürfungen beim Maul und sind so ideale Eintrittspforten für Streptokokken, die dann Entzündungen und Hirnhautentzündung auslösen können.
Hygiene-Tipps für den Abferkelstall:
- Konsequentes Rein-Raus-Prinzip mit gründlicher Reinigung & Desinfektion
- Sauen vor dem Einstallen waschen, ggf. mit Jodlösung desinfizieren
- Optimales Stallklima schaffen: Zugluft und Kälte vermeiden
2. Infektionsrisiko durch Eingriffe – so sauber wie möglich durchführen!
Eingriffe wie Kastration, Schwänze kupieren, Zähne schleifen verursachen kleine Wunden bei Ferkeln – ideale Eintrittsstellen für Streptokokken und andere Keime, die Entzündungen auslösen.
So gelingt eine hygienische Durchführung:
- Saubere, desinfizierte Werkzeuge verwenden
- Wunden klein halten
- Thermokupieren der Schwänze
- Zähne schonend abschleifen
- Nabelpflege nicht vergessen: bei Bedarf kürzen und desinfizieren
- Nadeln und Kanülen regelmäßig wechseln (mind. pro Bucht)
3. Absetzen: Die kritischste Phase für Streptokokken-Infektionen bei Ferkeln
Viele Streptokokken-Infektionen ereignen sich rund um das Absetzen und in den ersten drei Wochen danach. Stress, Futterwechsel, Trennung von der Sau und veränderte Stallumgebung schwächen das Immunsystem der Ferkel. In dieser Phase treten besonders häufig Hirnhautentzündung und andere Entzündungen auf. Daher gilt es, den Stress möglichst zu reduzieren.
Maßnahmen zur Stressreduktion:
- Überbelegung vermeiden – Rangkämpfe und Kannibalismus reduzieren
- Futter- und Tränketechnik überprüfen
- Stallklima optimieren: Zugluft vermeiden, Liegeverhalten kontrollieren
- Tier-Fressplatzverhältnis optimieren
Oft treten Streptokokken-Infektionen gemeinsam mit anderen Krankheiten auf – z.B. bei PRRS (porzines reproduktives und respiratorisches Syndrom) oder viralen Durchfallerkrankungen. Ein geschwächtes Immunsystem öffnet Streptokokken Tür und Tor für Hirnhautentzündung und weitere Entzündungen. Umgekehrt können auch Streptokokken andere Krankheitserreger begünstigen.
Mit der Fütterung das Management unterstützen – Angepasstes Fütterungskonzept
Gesunde Sau – weniger Risiko für MMA und Streptokokken-Infektionen
Eine ausgewogene Fütterung tragender Sauen ist entscheidend zur Vorbeugung von MMA (Mastitis-Metritis-Agalaktie), welche oftmals im Zusammenhang mit Verstopfungen auftritt und das Infektionsrisiko für Ferkel erhöht. Ein Verfetten der Sau in der Phase der Trächtigkeit begünstigt die Entstehung von MMA und erschwert die Geburt. Daher auf eine konditionsgerechte Energieversorgung und ausreichend Rohfaser zur Förderung der Darmaktivität und Sättigung achten. Mit phytogenen Zusatzstoffen, die die Verdauung stabilisieren und die Sau unterstützen.
Fütterung von Absetzferkeln: Stress und Keimdruck durch Streptokokken reduzieren
Nach dem Absetzen ist die Darmgesundheit der Ferkel besonders anfällig. Hungern, Stress und falsch zusammengesetzte Rationen schwächen das Immunsystem und öffnen Krankheitserregern wie Streptococcus suis Tür und Tor – die Folge sind Hirnhautentzündung, Gelenkentzündungen und andere Entzündungen.
Wichtig in dieser Phase: hochverdauliche, schmackhafte Rationen kombiniert mit optimiertem Rohproteingehalt und essenzielle Aminosäuren für eine optimale Versorgung der Ferkel ohne Stoffwechselbelastung.
JEITLER® Produktlösung für Streptokokken-Probleme
BIOMIN® SCC – Machen Streptococcus suis das Leben schwer
Spezielle Monocarbonsäuren haben in mehreren Studien antimikrobielle und antivirale Wirkungen gegen Streptokokken gezeigt. Sie zerstören die Zellwand von gram-positiven Bakterien wie Streptococcus suis und hemmen die Vermehrung von Krankheitserregern, die Hirnhautentzündung und andere Entzündungen bei Ferkeln verursachen.
Phytogene Zusatzstoffe beeinflussen die Futteraufnahme und das Verdauungssystem positiv. Sie wirken stabilisierend auf den Magen-Darm-Trakt und können die Nährstoffverdaulichkeit verbessern. Außerdem wird das Abwehrsystem sowie das gesamte Immunsystem des Tieres unterstützt.
Der Anti-Oxidative-Complex AOCforte enthält natürliche Antioxidantien aus Trauben und Rosmarin, die freie Radikale, welche bei Verdauungsprozessen entstehen, fangen und neutralisieren. Dadurch wird oxidativer Stress reduziert, die schützende Funktion der Darmbarriere gefördert sowie die körpereigene Stressabwehr und das Immunsystem der Ferkel gestärkt.
Anwendung & Dosierung: BIOMIN® SCC wird speziell in der Absetzphase und in der Ferkelaufzucht zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr gegen Streptokokken und des Immunsystems sowie als Begleitmaßnahme bei tierärztlichen Behandlungen von Hirnhautentzündung und anderen Entzündungen eingesetzt.
Streptokokken bei Ferkeln wirksam bekämpfen
Die Fütterung ist ein zentraler Hebel zur Gesunderhaltung von Sauen und Ferkeln. In Kombination mit Hygiene, Management und Tierbeobachtung lässt sich das Risiko für Streptokokken-Infektionen, Hirnhautentzündung und andere Entzündungen deutlich verringern.
Aus der Beratung
Fragen aus der Praxis
Fachwissen, das hilft: Unsere Expert:innen beantworten hier die wichtigsten Fragen aus der landwirtschaftlichen Praxis.
Streptokokken, insbesondere Streptococcus suis, verursachen bei Ferkeln verschiedene Krankheitsbilder: Hirnhautentzündung mit typischer Schiefhaltung des Kopfes ist eines der häufigsten Symptome. Weitere Entzündungen betreffen Lunge, Gelenke oder Herzklappen. Es kann zu Blutvergiftung (Sepsis) mit plötzlichen Todesfällen kommen. Bei Saugferkeln treten Nabelentzündungen auf, bei älteren Ferkeln häufig Abszesse im Bereich der Kastrationswunden. Gefährlich wird es, wenn Streptokokken durch Schleimhautverletzungen oder Stress in den Blutkreislauf eindringen – besonders in der Absetz- und Aufzuchtphase.
Es gibt drei kritische Zeitpunkte: Bereits während der Geburt können sich Ferkel über die vaginale Schleimhaut der Sau mit Streptokokken infizieren. Bei MMA-Erkrankungen steigt das Risiko, da Ferkel weniger Kolostrum erhalten und ihr Immunsystem geschwächt ist. Kämpfe um die Zitzen führen zu Gelenkschürfungen – ideale Eintrittspforten für Streptokokken. Bei Eingriffen wie Kastration, Schwänze kupieren oder Zähne schleifen entstehen Wunden als Infektionsstellen. Die kritischste Phase ist das Absetzen und die ersten drei Wochen danach: Stress, Futterwechsel, Trennung von der Sau und veränderte Stallumgebung schwächen das Immunsystem massiv – viele Hirnhautentzündungen und Entzündungen ereignen sich in diesem Zeitraum.
BIOMIN® SCC wurde speziell entwickelt, um Streptococcus suis das Leben schwer zu machen: Spezielle Monocarbonsäuren zerstören die Zellwand von gram-positiven Bakterien wie Streptococcus suis und hemmen die Vermehrung von Krankheitserregern, die Hirnhautentzündung und andere Entzündungen verursachen. Phytogene Zusatzstoffe wirken stabilisierend auf den Magen-Darm-Trakt, verbessern die Nährstoffverdaulichkeit und unterstützen das Abwehrsystem sowie das gesamte Immunsystem. Der Anti-Oxidative-Complex AOCforte mit natürlichen Antioxidantien aus Trauben und Rosmarin reduziert oxidativen Stress und stärkt die Darmbarriere. BIOMIN® SCC wird speziell in der Absetzphase (1,0% Beimischung) und Ferkelaufzucht (0,5%) zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr eingesetzt.
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