Nekrosen und Kannibalismus bei Schweinen – Darmgesundheit fördern
Schwanzbeißen bei Ferkeln und Mastschweinen vorbeugen: Ursachen, Vorbeugung und moderne Fütterungslösungen
Faktorenerkrankungen wie Nekrosen und Kannibalismus bereiten in Schweinebeständen große Probleme. Ausgelöst werden diese oft sehr unspezifischen Krankheitsbilder durch ein Zusammenwirken unterschiedlicher Erreger, Haltungs- und Umweltbedingungen – sowohl bei Ferkeln als auch bei Mastschweinen.
Neben bakteriellen, viralen und parasitären Erregern sowie Mykotoxinen beeinflussen Stressfaktoren wie das Absetzen, Umstallen, Futterwechsel, Wetterumschwünge, direkte Sonneneinstrahlung oder Zugluft die Verdauung negativ. Diese fördern die Vermehrung von pathogenen Keimen im Dickdarm und beeinträchtigen die Schutzfunktion der Darmschleimhaut, wodurch die Darmbarriere durchlässiger gegenüber Bakterien und Erregern wird.
Leaky-Gut-Syndrom – Auslöser für Nekrosen und Schwanzbeißen
Man spricht in diesem Fall vom sogenannten „Leaky-Gut-Syndrom“ (= durchlässiger Darm). Endotoxine (Zellwandbestandteile abgestorbener Keime), Toxine und pathogene Keime können in die Blutbahn gelangen und einerseits über die Blut-Hirn-Schranke Verhaltensstörungen wie Kannibalismus und Schwanzbeißen auslösen, andererseits wird das Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung und Blutverdünnung gestört.
Wie entstehen Nekrosen bei Ferkeln und Mastschweinen?
Feine Blutgefäße verstopfen durch das „dicke Blut“, peripheres Gewebe wird schlecht durchblutet und stirbt aufgrund von Sauerstoff- und Nährstoffmangel ab. Es entstehen Nekrosen an Ohr- und Schwanzspitzen – typischerweise bei Ferkeln, können aber auch Mastschweine betreffen. Nach einigen Tagen sind dann die Blutgerinnungsfaktoren verbraucht. Beginnen Verkrustungen und Nekrosen an einer Stelle zu bluten, können diese durch die nun fehlenden Blutgerinnungsfaktoren gar nicht mehr oder nur sehr schwer abheilen.
Von Nekrosen zu Kannibalismus und Schwanzbeißen
Als Folge der Krusten sowie Wunden auf Schwänzen und Ohren kann es einerseits zu Kannibalismus bzw. Schwanzbeißen kommen, denn offene, blutige Stellen fördern Beißereien bei Schweinen. Andererseits bieten diese Nekrosen eine optimale Eintrittspforte für Krankheitserreger, wodurch Sekundärinfektionen ausgelöst werden können.
Vorbeugung beginnt bereits bei der Sau
Eine wirksame Prophylaxe gegen Nekrosen und Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen in der Ferkelaufzucht beginnt schon bei der Zuchtsau und deren Kolostrumqualität. Das Immunsystem und das Darmmikrobiom der Saugferkel sollten von Anfang an optimal unterstützt werden. Über das Absetzen gilt es, durch hochwertiges Absetzfutter mit hochverdaulichen Komponenten, Futterzusätzen sowie lange Verschneidephasen die Veränderung in der mikrobiellen Besiedlung des Darms möglichst gering zu halten und ein starkes Wachstum unerwünschter Keime zu verhindern – um Nekrosen und Kannibalismus bei Ferkeln vorzubeugen.
Fütterungskonzepte bei Ohrrandnekrosen
JEITLER® ONK – Erste Hilfe bei Nekrosen
JEITLER® ONK wurde speziell entwickelt, um einerseits die Blutbildung und andererseits den erhöhten Nährstoffbedarf bei Nekrosen gezielt zu unterstützen:
- Liefert hochverdauliches Eiweiß und spezifische Aminosäuren zur Deckung des erhöhten Aminosäurebedarfs
- Fördert die Bildung von Blut und Gerinnungsfaktoren
- Hilft, die Regulation der Blutgerinnung zu stabilisieren
Beimischrate: 0,5 % des Alleinfuttermittels
BIOMIN® Relax – Beruhigend bei Unruhe und Schwanzbeißen im Stall
Unruhe, Nervosität und aggressives Verhalten wie Kannibalismus und Schwanzbeißen können durch Stress, Nährstoffmangel oder Nekrosen ausgelöst werden – sowohl bei Ferkeln als auch bei Mastschweinen. BIOMIN® Relax bietet eine effektive Unterstützung für mehr Ruhe im Stall durch gezielte Nährstoffkombinationen.
Wirkung von BIOMIN® Relax:
- Magnesium entspannt die Muskulatur
- Tryptophan wirkt als Serotonin-Vorstufe stimmungsstabilisierend und aggressionshemmend – reduziert Kannibalismus
- Huminsäuren schützen die Darmschleimhaut und wirken darmberuhigend
- B-Vitamine & natürliche Antioxidantien stärken das Nervensystem und fördern die Stressresistenz
Beimischrate: 0,5 % des Alleinfuttermittels
Aus der Beratung
Fragen aus der Praxis
Fachwissen, das hilft: Unsere Expert:innen beantworten hier die wichtigsten Fragen aus der landwirtschaftlichen Praxis.
Stressfaktoren wie Absetzen, Umstallen, Futterwechsel, Wetterumschwünge oder Zugluft beeinflussen die Verdauung negativ und fördern die Vermehrung pathogener Keime im Dickdarm. Die Schutzfunktion der Darmschleimhaut wird beeinträchtigt, wodurch die Darmbarriere durchlässig wird – das sogenannte „Leaky-Gut-Syndrom“. Endotoxine, Toxine und pathogene Keime gelangen in die Blutbahn und stören das Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung und Blutverdünnung. Feine Blutgefäße verstopfen durch das „dicke Blut“, peripheres Gewebe wird schlecht durchblutet und stirbt aufgrund von Sauerstoff- und Nährstoffmangel ab. Es entstehen Nekrosen an Ohr- und Schwanzspitzen bei Ferkeln und Mastschweinen.
Als Folge der Krusten und Wunden auf Schwänzen und Ohren kann es zu Kannibalismus und Schwanzbeißen kommen, denn offene, blutige Stellen fördern Beißereien. Endotoxine können über die Blut-Hirn-Schranke Verhaltensstörungen wie Kannibalismus auslösen. Zusätzlich problematisch: Nach einigen Tagen sind die Blutgerinnungsfaktoren verbraucht. Beginnen Verkrustungen und Nekrosen zu bluten, können diese durch die fehlenden Blutgerinnungsfaktoren gar nicht mehr oder nur sehr schwer abheilen. Die Nekrosen bieten zudem eine optimale Eintrittspforte für Krankheitserreger, wodurch Sekundärinfektionen ausgelöst werden können.
Eine wirksame Prophylaxe gegen Nekrosen und Verhaltensstörungen in der Ferkelaufzucht beginnt schon bei der Zuchtsau und deren Kolostrumqualität. Das Immunsystem und das Darmmikrobiom der Saugferkel sollten von Anfang an optimal unterstützt werden. Über das Absetzen gilt es, durch hochwertiges Absetzfutter mit hochverdaulichen Komponenten und Futterzusätzen sowie lange Verschneidephasen die Veränderung in der mikrobiellen Besiedlung des Darms möglichst gering zu halten und ein starkes Wachstum unerwünschter Keime zu verhindern. So lässt sich das Leaky-Gut-Syndrom vermeiden, das Nekrosen, Kannibalismus und Schwanzbeißen auslöst.
JEITLER® ONK wurde speziell entwickelt, um den erhöhten Nährstoffbedarf bei Nekrosen zu decken: Es liefert hochverdauliches Eiweiß und spezifische Aminosäuren, fördert die Bildung von Blut und Gerinnungsfaktoren und hilft, die Regulation der Blutgerinnung zu stabilisieren. BIOMIN® Relax wirkt bei Unruhe, Nervosität und aggressivem Verhalten wie Kannibalismus und Schwanzbeißen: Magnesium entspannt die Muskulatur, Tryptophan wirkt stimmungsstabilisierend und aggressionshemmend, Huminsäuren schützen die Darmschleimhaut, B-Vitamine und Antioxidantien stärken das Nervensystem.
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