Siliermittel
Verbessern Sie die Silagequalität
Durch die Herstellung von Silage kann der Landwirt Futter über einen längeren Zeitraum lagern. Von der Silageherstellung bis zur Fütterung besteht die Herausforderung darin, sicherzustellen, dass wertvolle Trockenmasse, Energie und Eiweiß nicht verloren gehen.
Ein wirksamer Silagezusatz hilft, die Fermentation in die richtige Richtung zu lenken, und verhindert, dass unerwünschte Mikroben dem silierten Futter wertvolle Protein- und Energieressourcen entziehen.
Selbst die beste Auswahl an Silagezusätzen kann grundlegende Fehler beim Management und der Herstellung der Silage nicht ausgleichen.
Tipps für ein gutes Silagemanagement
- Ernten Sie das Futter zum richtigen Zeitpunkt, um einen guten Ertrag und einen guten Nährwert zu erzielen
- Welken Sie das Futter innerhalb von 24 bis 48 Stunden mit der Zieltrockenmasse an
- Das Futter je nach Trockensubstanzgehalt häckseln (je höher die Trockenmasse, desto kürzer die Partikellänge, im Allgemeinen zwischen 2-4 cm)
- Gute Hygiene (keine Kontamination mit Erde, toten Tieren usw.)
- Das Futter so gutt wie möglich verdichten (> 650 kg / m3)
- Schließen Sie den Silierungsprozess nach Möglichkeit innerhalb von 24 Stunden ab
- Versiegeln Sie die Silage so schnell wie möglich luftdicht mit einer hochwertigen Abdeckung
- Ausreichend Vorschub aus dem Silo (25 und 40 cm/Tag für Winter und Sommer)
- Vorsicht vor Mykotoxinen in der Silage, die die Gesundheit und Leistung von Rindern beeinträchtigen können
Arten von Siliermitteln
Auf dem Markt ist eine Vielzahl von Silierhilfsstoffen erhältlich. Diese können grob in 2 verschiedene Kategorien eingeteilt werden.
- Bakterien
- Konservierungsmittel oder organische Säuren
Bakterien
Die meisten Siliermittel sind Milchsäurebakterien. Einige Produkte enthalten nur homofermentative Stämme oder heterofermentative Stämme, während andere eine Kombination beider Arten von Silierbakterien enthalten.
Homofermentative Bakterien wie Lactobacillus plantarum, Pediococcus, Enterococcus und Lactococcus steigern die Produktion von Milchsäure, was zu einem schnelleren Abfall des pH-Werts und einer verbesserten Fermentation führt, wodurch TM-Verluste, Proteinabbau und Wachstum unerwünschter Mikroorganismen verringert werden.
Heterofermentative Bakterien wie Lactobacillus brevis, L. kefiri und L. buchneri wandeln Futterzucker in Milchsäure und Essigsäure um. Die Produktion von Essigsäure verbessert die aerobe Stabilität der Silage, indem die Vermehrung unerwünschter Hefen und Schimmelpilze verhindert wird, wodurch die Silage sehr nährstoffreich und hygienisch sauber bleibt.
Bei der Grassilage besteht die größte Herausforderung in der Milchsäureproduktion. In diesem Fall sollte eine ausreichende Menge homofermentativer Milchsäurebakterien angewendet werden. Eine Kombination von homo- und heterofermentativen Milchsäurebakterien garantiert nicht nur eine optimale Fermentation, sondern auch eine verbesserte aerobe Stabilität.
Anwendung von Bakterienpräparaten
Silierbakterien werden im Allgemeinen während des Ladevorgangs beim Ladewagen oder vom Feldhäcksler mit einem speziellen Dosiergerät gleichmäßig am Siliergut verteilt. Während das Futter bereits mit einer Reihe von natürlich vorkommenden Bakterien einschließlich Milchsäurebakterienspezies versehen ist, kann die vorhandene Mikrobengemeinschaft keine optimale Gärung bewirken und sogar ein hohes Maß an schädlichen Bakterien aufweisen.
Das Ziel mit einem Siliermittel ist es, eine ausreichende Menge ausgewählter Stämme mit bekannten Auswirkungen auf die Fermentation anzuwenden und so sicherzustellen, dass die Fermentation schnell und in die richtige Richtung verläuft.
Die Menge von 100 000 koloniebildenden Einheiten (cfu) pro Gramm Frischfutter liefert genügend Mikroorganismen, um den Silierprozess poitiv zu beeinflussen. Wenn ein Silageimpfmittel ein niedrigeres Niveau als dieses hat oder nicht einmal eine Konzentration angibt, dann kann es sein, dass nicht genügend Bakterien vorhanden sind, um die Silagegärung wirklich positiv zu beeinflussen.
Beachten Sie, dass nicht alle Impfbakterien gleich sind. Sogar innerhalb ein und derselben Spezies gibt es große Unterschiede in der Wirkung der Bakterien auf die Gärung.
Auch die Qualität der Verpackung und die Lagerbedingungen sind wichtig. Diese sollten verhindern, dass sie Sauerstoff, Feuchtigkeit und Hitze ausgesetzt werden, die die Lebensfähigkeit der Bakterien verringern könnten. Befolgen Sie die Anwendungshinweise zur Lagerung und Verwendung und stellen Sie sicher, dass die Anwendung gleichmäßig und umfassend über das gesamte Futter erfolgt.
Konservierungsmittel
Die Verwendung von organischen Säuren wie Propionsäure und Ameisensäure zielt darauf ab, den pH-Wert der Silage zu senken, um sie für unerwünschte Bakterien wie Clostridien ungünstiger zu machen. Andere organische Säuren und ihre Salze, einschließlich Kaliumsorbat und Natriumbenzoat, zielen auf das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen entweder während der Fermentation oder während der Fütterungsphase ab.
Es muss eine ausreichende Säuremenge vorhanden sein, um eine ausreichende Wirkung auf das Wachstum dieser unerwünschten Organismen zu erreichen. Dieser Wert liegt typischerweise bei 3,5 bis 5 kg pro Tonne Futter, um die Silage zu konservieren, oder bei etwa 1 bis 2,5 kg/Tonne, um die Hefemenge in der Fütterungsphase zu begrenzen.
Bei einer zu geringen Einsatzmenge bieten organische Säuren keine vollständige Konservierungsmöglichkeit. Um eine ausreichende Gärung zu gewährleisten, ist es ratsam, Silierbakterien zu verwenden. Es ist zu beachten, dass organische Säuren und Siliermittel nicht miteinander vermischt werden sollten.
Literatur
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Silage
Best Practices für hochwertige Heulage und Silagen
Gutes Frischfutter ist nahrhaft, schmackhaft und für Wiederkäuer kostengünstig. Leider schwankt die Verfügbarkeit und Qualität von Frischfutter.
Deshalb konservieren wir Futtermittel. Im Idealfall wollen wir in der richtigen Qualität ernten und diese Qualität so gut wie möglich konservieren, damit sie bei Bedarf verfüttert werden kann.
Es stehen drei Hauptoptionen für die Futterkonservierung zur Verfügung:
- Heu
- Silage
- Heulage (Heulage ist zwischen Heu und Silage. Der grundlegende Unterschied ist der Trockenmassegehalt.)
Silage
Das Silieren ist ein Schlüsselprozess zur Konservierung von Futter. Ein gutes Silagemanagement ist ein entscheidendes Kriterium für eine rentable Grundfutterproduktion.
Viele wichtige Faktoren beeinflussen die Silagequalität, darunter:
- Reife und Feuchtigkeit des Siliergutes
- Schneiden und Häckseln
- Verdichtung und Sauerstoff
- Geschwindigkeit und Gärung
- Silierbakterien und Gärsäuren
1) Reife und Feuchtigkeit des Siliergutes
Für eine optimale Silage muss eine Futterpflanze genau zum richtigen Zeitpunkt geschnitten werden. Bei Grassilage gilt es das Maß zwischen Qualität und Ertrag pro Hektar zu finden, und bei Mais sowie anderem Getreide (GPS) ist ein ausreichender Stärkegehalt im Siliergut notwendig.
Bei Grasbeständen, die wiederholt geerntet werden, wirkt sich ein zu frühes schneiden negativ auf die Folgeschnitte aus. Es gibt einen Kompromiss zwischen Ertrag und Futterqualität. Wenn wir den Bestand zu lange stehen lassen, nimmt die Qualität ab. Es wird weniger Blattgehalt mit weniger verfügbaren Kohlenhydraten und zu hohem Fasergehalt gebildet, was zu weniger verdaulichem Futter führt.
Ein entscheidender Aspekt des richtigen Schnittzeitpunkts ist der richtige Feuchtigkeitsgehalt. Mit hohem Feuchtigkeitsgehalt hergestellte Silage ist risikoreich: für das Auswaschen von Nährstoffen, Futterverschmutzung und hoher Rohaschegehalt, einen erhöhten Gehalt an unerwünschten proteinverzehrenden Bakterien und die Bildung von Buttersäure und Ammoniak. Eine geringe Feuchtigkeit birgt andererseits die Gefahr einer langsamen Fermentation, zu viel Sauerstoff, der das Wachstum von Mykotoxin produzierenden Pilzen unterstützt und einer Instabilität nach dem Öffnen des Silos.
Tabelle 1. Optimaler Trockenmassegehalt für Gras-, Mais-, Luzerne- und Maiskornprodukte
| Ernteprodukt | Optimaler Trockenmassegehalt (%) |
|---|---|
| Grassilage | 32-38 |
| Maissilage | 34-38 |
| Luzernesilage | 35 – 45 |
| Feuchtmais | um 65 |
2) Schneiden und Häckseln
Je niedriger Sie schneiden, desto höher ist der Ertrag. Wenn der Schnitt jedoch zu niedrig ist, erhöht die Bodenverunreinigung das Risiko von Clostridien-Bakterien und Eisen, dadurch verschlechtert sich die Futteraufnahme und -verdaulichkeit.
Dies ist ein besonderes Problem bei unebenen Flächen, von Maulwürfen betroffenen Feldern und wenn Regenspritzer oder Güllereste die unteren Teile der Pflanzen verdreckt haben.
Die optimale Schnittlänge ist auch ein Balanceakt zwischen Silageverdichtung, Nährstoffaufschluss und Faserfunktionalität im Verdauungstrakt der Wiederkäuer. Eine längere Partikellänge garantiert eine „effektive Faser“ für erhöhte Wiederkauaktivität, Speichelfluss, ein gute Fasermatte und eine Stabilisierung der Pansenfermentation.
Das Fehlen einer „wirksamen Faser“ mit kurzen Partikellängen verringert das Wiederkauen und die Pansenaktivität, was das Auftreten einer Pansenazidose erhöhen kann. Es wird jedoch schwierig sein, die Silage zu verdichten wenn die Häcksellänge zu lange ist, wodurch mehr Lufträume verbleiben und das Risiko von Schimmelwachstum und Verderb erhöht wird. Zu lange Partikel können auch Lochfraß/Sortierung des Futters begünstigen und verursachen eine niedrigere Trockenmasseaufnahme.
Tabelle 2. Empfohlene Silageschneidehöhen
| Ernte | Schnitthöhe in cm |
|---|---|
| Mais | 25 – 35 cm |
| Gras | mindestens 8 cm |
| Luzerne | 10 – 12 cm |
Tipp: Vermeiden Sie Bodenverunreinigungen.
Faserlänge
Tabelle 3. Optimale Partikellängen in verschiedenen Futtermitteln, gemessen mit einem Schüttelsieb
| Sieb (Durchmesser der Löcher) | Prozentsatz (%) | |
|---|---|---|
| Maissilage | Grassilage | |
| Oberes Sieb (19 mm) | 3 – 8 | 2 – 20 |
| Mittelsieb (8 mm) | 45 – 65 | 45 – 75 |
| Unteres Sieb (4 mm) | 20 – 30 | 30 – 40 |
| Bodenwanne | <10 | <10 |
Referenz: Penn State Extension, 2017, extension.psu.edu/penn-state-particle-separator
3) Verdichtung und Sauerstoff
Kurz nach der Ernte ist das Risiko für den Verderb der Silage hoch. Ein gutes Silagemanagement zielt darauf ab, so viel Energie und Protein wie möglich im Erntegut zu halten und die Trockensubstanzverluste im konservierten Futter zu minimieren. Dies kann durch schnelles Befüllen des Silos und ausreichende Verdichtung erreicht werden, um den Gehalt an unerwünschten Mikroben und toxischen Produkten, die diese Mikroben produzieren können, zu verringern.
Die Fähigkeit zur Verdichtung wird durch den oben genannten Feuchtigkeitsgehalt, die Reife und die Schnittlänge beeinflusst, ist aber auch vom Gewicht des Verdichtungsgerätes abhängig.
Die Verdichtung reduziert die Menge des Luftraums und damit den Sauerstoff, der das Wachstum vieler unerwünschter Mikroben, insbesondere von Pilzen, fördert. Bei guter Verdichtung und schneller, effektiver Abdeckung des Silos wird die mikrobielle Aktivität der Silage den Sauerstoffgehalt in der Silage rasch reduzieren. Dann wird die anaerobe Gärung, das Ziel der Silageherstellung, die Oberhand gewinnen. Es ist wichtig, dass die Abdeckung intakt und dicht bleibt. Daher sollte die Siloabdeckung von zu Zeit auf Schäden oder Löcher, die z.B. von Tieren verursacht wurde, überprüft und gegenbenenfalls schnell repariert werden.
Tipp: Für eine gute Verdichtung sollte eine Silagedichte von 700 – 800 kg Silage/m3 erreicht werden.
4) Geschwindigkeit und Gärung
Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, wenn man optimale Silagen konservieren will. Streben Sie idealerweise das richtige Feuchtigkeitsniveau bei der Ernte an. Wenn ein intensiveres Anwelken des Siliergutes erforderlich ist, um die richtige Trockenmasse zu erreichen, muss dies in wenigen Stunden abgeschlossen sein. Nach einem ausreichenden Verdichten und raschem Abdecken tickt die Uhr.
Eine günstige Fermentation beginnt schneller, wenn der Feuchtigkeitsgehalt genau richtig ist und die Verfügbarkeit von Sauerstoff schnell erschöpft ist. Ein gutes Silermittel ist auch dafür wichtig, um sicherzustellen, dass von Anfang an gute Mengen der richtigen Bakterienart im Silo vorherrschen.
Eine schnelle Ansäuerung und Reduzierung des pH-Wertes, die von schnell wachsenden, Milchsäureproduzierenden Bakterien angetrieben wird, führt dazu, dass die Bedingungen für unerwünschten Mikroorganismen weniger förderlich sind.
5) Silierbakterien und Gärsäuren
Milchsäure ist nur eine der Säuren, die in Silage vorkommen. Sie ist wünschenswert, weil sie von allen vorhandenen organischen Säuren die säurehaltigste ist. Das bedeutet, dass sie am besten dazu geeignet ist, den pH-Wert der Silage auf ein sicheres, niedriges Niveau für die Silagekonservierung zu senken (um Energie- und Proteinverluste zu verhindern). Milchsäure wird von Milchsäurebakterien produziert, die Zucker konsumieren, was ein relativ effizienter Prozess ist, bei dem keine nennenswerte Energie aus dem Futter verloren geht.
Es können auch andere organische Säuren entstehen, einschließlich der flüchtigen Fettsäuren Essig-, Propion- und Buttersäure. Diese können ebenso Energie für die Tiere liefern, die die Silage fressen. Doch obwohl Buttersäure sehr positiv ist, wenn sie im Pansen produziert wird, ist sie ein negatives Merkmal in der Silage.
Ein hoher Buttersäuregehalt macht Silage ungenießbar, reduziert die Futteraufnahme und kann mit dem Wachstum von proteinabbauenden Bakterien einschließlich Clostridien in Verbindung gebracht werden. Einige Clostridienarten stellen ein Gesundheitsrisiko für Nutztiere dar, und belastete Silage kann eine Quelle von Clostridium tyrobutyricum-Sporen sein, die die Käsequalität beeinträchtigen (löchriger Käse).
Essigsäure ist in einem gewissen Ausmaß wünschenswert, da sie Schutz gegen das Wachstum von Pilzen bietet, unabhängig davon, ob es sich bei diesen Pilzen um Mykotoxin produzierende Schimmelpilze oder energieverschwendende Verderbshefen handelt. Aber zu viel Essigsäure kann bedeuten, dass Energie verschwendet wurde und dass der pH-Wert der Silage möglicherweise nicht so niedrig ist, wie er sein könnte, wenn mehr Milchsäure produziert worden wäre. Ebenso reduziert ein zu hoher Essigsäuregehalt in der Silage die Futteraufnahme.
Aus diesem Grund bieten wirksame Siliermittel schnell wachsende, ausschließlich milchsäureproduzierende Bakterien (homofermentative Bakterien) sowie Bakterien, die sowohl Milchsäure als auch Essigsäure (heterofermentative Bakterien) in ausgewogener Weise produzieren, um die Fermentation zu verbessern und die aerobe Stabilität zu verlängern .
Fütterung und Hygiene
Es ist sinnvoll, dass nach all den Bemühungen gute Silagen herzustellen, in der Siloentnahmephase Vorsicht geboten ist. Die Exposition gegenüber Sauerstoff sollte minimiert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass nur die benötigte Silage freigelegt wird und die Vorschub hoch genug ist, ohne dass Schimmelpilze und andere verderbende Organismen sich entwickeln können.
Die Anschnittsfläche sollte glatt und sauber sein, lose Silagereste sind zu vermeiden. Die Überwachung der Anschnittsfläche auf Erwärmung unter Verwendung eines wirksamen Siliermittels kann eine gute aerobe Stabilität gewährleisten.
Wenn es zu einem spürbaren Schimmelwachstum kommt, vermeiden Sie es, diese an Tiere zu verfüttern, insbesondere an junge oder laktierende Tiere. Viele Schimmelpilze produzieren Mykotoxine, von denen bekannt ist, dass sie schädliche Auswirkungen auf die Produktivität und Gesundheit von Nutztieren haben.
Mykotoxine in Silage
Mykotoxine werden oft als reines Getreideproblem angesehen, aber auch Silage ist gefährdet. Tatsächlich müssen wir bei Silage vorsichtig mit den Mykotoxinen sein, die sich auf dem Feld gebildet haben, sowie mit denen, die durch Schimmelpilze am Lager gebildet werden.
Mykotoxine werden von einer Vielzahl von Pilzen produziert. Einige dieser Pilze sind Pflanzenkrankheiten wie Fusarium oder auch begünstigt durch Getreideschädlinge. Insgesamt verursachen sie die Bildung einiger Hauptmykotoxine wie Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEN) und Fumonisine (FUM).
Dieselben Pilze können mehr als nur die Körner infizieren und produzieren üblicherweise Mykotoxine in den Stielen und Blättern von Mais, anderen Getreidearten und Gräsern. Andere Pilze tragen zur Mykotoxinbelastung auf dem Feld bei, wie Endophyten (Neotyphodium) in den Trieben einiger Grasarten oder Claviceps-Pilze, die Gras- und Getreidekörner infizieren. Beide Pilze produzieren Mutterkorn-Toxine in Samen oder Alternaria-Pilze auf Futter.
Die auf dem Feld produzierten Mykotoxine stellen weiterhin ein Risiko dar, auch wenn Silage produziert wird. Ein zusätzliches Risiko besteht in Schimmelpilzen, die auf Silage im Lager wachsen können und einige der bekannten Mykotoxine wie z.B. Aflatoxin produzieren. Ein gutes Silagemanagement wie der korrekte Trockensubstanzgehalt, schnelles Befüllen der Silos, ausreichende Verdichtung und rechtzeitige luftdichte Versiegelung sind entscheidend, um das Risiko von Pilzsporen zu verringern. Ein gutes Siliermittel, ein ordentliches Silage-Management und die Vermeidung von Schimmel sind ebenfalls wichtig, um das Risiko für Myktoxine zu reduzieren.
Trotz eines guten Silagemanagements können die Belastung und das Risiko von Mykotoxinen, die auf dem Feld, während des Silierens oder während der Fütterungsphase produziert werden, leicht unbemerkt bleiben. Zur Bekämpfung verschiedener Mykotoxine bei Tieren ist ein umfassender Ansatz zum Mykotoxin-Risikomanagement erforderlich.
Häufige mykotoxinproduzierende Schimmelpilze im Futter

Penicillium roqueforti
Weißes Myzel, blaugrün bis grün bei der Produktion von Sporen
Das Hauptvorkommen ist in Mais, Gras und Getreidesilage.
Mykotoxine und mögliche Auswirkungen:
PR-Toxin: Darmreizung; Aborte; verminderte Fruchtbarkeit; degenerative Wirkungen auf Leber und Nieren; krebserzeugend
Patulin: Immunsuppression; Hemmung der Pansenmikrobiota; reduzierte Pansenfermentation; Zytotoxizität
Roquefortin C: Schwache Neurotoxizität; Aborte; Nachgeburtsverhalten
Mycophenolsäure: Immunsuppression, milde Zytotoxizität (verstärkte negative Auswirkungen auf Darmzellen bei gleichzeitigem Auftreten von Roquefortin C)
Aspergillus flavus
Ausgetrocknete Bereiche, weißes Myzel, Sporenproduktion ist normalerweise gelb /grün und wird dunkelgrün, kann aber weiß sein
Das Hauptvorkommen ist in der Maissilage.
Mykotoxine und mögliche Auswirkungen:
Aflatoxine: Lebererkrankungen; krebserzeugende Wirkungen; Blutungen (Darm, Nieren); reduzierte Wachstumsrate; Leistungsminderung; Immunsuppression; in die Milch überführt (AFM 1); verminderte Milchproduktion
Cyclopiazonsäure: nekrotische Wirkungen (Leber, Magen-Darm-Gewebe, Nieren, Skelettmuskeln); krebserregend (pathologische Veränderungen in der Milz); neurotoxisch; mögliche Immunsuppression
Monascus ruber
Weißes Myzel, gelb-orange bis meist rot im reifen Zustand
Das Hauptvorkommen ist in der Maissilage.
Mykotoxine und mögliche Auswirkungen:
Monacolin: Verdacht der Wirkung auf die Pansenmikroflora (reduzierte Faserverdauung)
Citrinin: Nephrotoxisch; teratogen; hepatotoxisch; Immunsuppression (Inhibitor der Lymphozytenproliferation)
Aspergillus ochraceus
Weißes Myzel, Sporenproduktion ist kalkgelb bis hellgelbbraun
Das Hauptvorkommen ist in Mais, Gras und Getreidesilage.
Mykotoxine und mögliche Auswirkungen:
Ochratoxine: Nephrotoxisch; krebserregend; leichte Leberschädigung; Enteritis; teratogene Wirkungen; schlechte Futterverwertung; reduzierte Wachstumsrate; Immunmodulation
Penicillium spp.
Weißes Myzel, grün-blau bis dunkelgrau bei der Produktion von Sporen
Das Hauptvorkommen ist in Mais, Gras und Getreidesilage.
Mykotoxine und mögliche Auswirkungen:
Ochratoxine: Nephrotoxisch; krebserregend; leichte Leberschädigung; Enteritis; teratogene Wirkungen; schlechte Futterverwertung; reduzierte Wachstumsrate; Immunmodulation
Patulin: Immunsuppression; Hemmung der Pansenmikrobiota; reduzierte Pansenfermentation; Zytotoxizität
Citrinin: nephrotoxisch; teratogen; hepatotoxisch; Immunsuppression (Inhibitor der Lymphozytenproliferation)
Aspergillus fumigatus
Weißes Myzel, cremefarben bis bläulichgrau/ dunkelbraun bei der Produktion von Sporen, einige Arten bleiben weiß
Das Hauptvorkommen ist in Mais, Gras und Getreidesilage.
Mykotoxin und mögliche Auswirkungen:
Gliotoxin: Immunsuppression; Lungenmykose; Aborte; Mastitis
Tryptoquivalin: Antibakterielle Wirkungen auf die Pansenfermentation
Trypacidin: Stellt ein Gesundheitsrisiko für die Lungenmykose für Menschen dar – vermeiden Sie das Einatmen von Sporen
Fusarium spp.
Weißes Myzel, das möglicherweise eine rosa oder violette Farbe erzeugt
Das Hauptvorkommen ist in Mais, Gras und Getreidesilage.
Mykotoxine und mögliche Auswirkungen:
Trichothecene (z.B. Deoxynivalenol und T-2-Toxin): Verdauungsstörungen; blutiger Kot; Futterverweigerung; reduzierte Gewichtszunahme; hämorrhagische Pansenitis; Immunmodulation; erhöhte Entzündungsreaktionen; Mastitis; Laminitis; verminderte Milchproduktion
Zearalenon: Östrogene Wirkungen; Ödem der Vulva; Atrophie der Eierstöcke; Schwellung des Euters; verminderte Milchproduktion; Reproduktionsprobleme; verminderte Empfängnisrate; reduzierte Hodengröße; Unfruchtbarkeit; Aborte
Fumonisine: Leber- und Nierenschäden; Immunmodulation
Heulage
Heulage kann aus Futtermitteln wie Gras, allgemeinem Weideland oder Hülsenfrüchten wie Luzerne gewonnen werden. Bei der Ernte und dem Anwelken wird jedoch ein höherer Feuchtigkeitsgehalt als Heu angestrebt, zwischen 40% und 60%, aber ein niedrigerer Feuchtigkeitsgehalt als bei typischer Silage. Üblicherweise wird Heulage in Ballen gepresst.
Der Vorteil der Heulage
Ein altes Sprichwort lautet: „Heu machen, während die Sonne scheint“. Damit traditionelles Heu gut funktioniert, muss es genügend zuverlässig sonnige Tage geben. Heulage benötigt weniger Tage zum Anwelken und Trocknen und bietet damit mehr Flexiblität. Ein weiterer Vorteil gegenüber Heu besteht darin, dass weniger Blattmaterial verloren geht, weniger unverdauliches Fasermaterial enthalten ist und den Tieren ein höherer Energiegehalt zur Verfügung steht.
Der Vorteil der Heulage gegenüber der Silage besteht darin, dass kein Silo gebaut werden muss und die Fütterung einfach Ballen für Ballen erfolgen kann.
Feuchtigkeit
Die Ernte für Heulage erfordert einen Feuchtigkeitsgehalt zwischen 40% und 60%. Streben Sie die Mitte dieses Bereichs an und stellen Sie sicher, dass diese innerhalb von nur 4 bis 24 Stunden nach dem Mähen erreicht wird. Wenn Sie bei zu niedrigem Feuchtigkeitsgehalt ernten, haben Sie die Qualität und die Verfügbarkeit von Kohlenhydraten für die Fermentation beeinträchtigt. Zerkleinerter Blattstaub von der Erntemaschine würde dies deutlich machen.
Bei zu trockenem Futter besteht auch ein hohes Risiko für Überhitzung, Verderb und Pilzwachstum. Außerdem wird tendenziell weniger Trockenmasse pro Ballen vorhanden sein, was die Kosten pro kg TM erhöht. Wenn Sie dagegen zu feucht ernten, haben Sie den Ernteertrag geopfert.
Geschwindigkeit
Stellen Sie sicher, dass das Anwelken die Zielwerte schnell genug erreicht, da das Risiko des Verderbens mit der Zeit zunimmt. Ein wirksames Siliermittel unterstützt die Fermentationsgeschwindigkeit und den pH-Abfall, wodurch das Silierfutter vor unerwünschten Mikroben geschützt wird.
Das Futter muss dann sofort eingewickelt werden. Je länger die Verzögerung, desto größer ist das Risiko. Stellen Sie sicher, dass die Wickelfolie luftdicht mit und mit ausreichenden Schichten verwendet wird. Achten Sie darauf, wo die Ballen gelagert werden, da Gegenstände wie Grasstoppeln oder Steine in den Kunststoff eindringen können. Alle durch Probenahme, Schädlinge usw. verursachten Löcher oder Risse sollten so schnell wie möglich versiegelt werden. Heulage ist weniger verderblich als herkömmliche Silage und setzt auf luftdichte Bedingungen, um seine Qualität zu erhalten.
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Quellen
Nationales Tiergesundheitsüberwachungssystem, Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten, 2002. Nationales Tiergesundheitsüberwachungssystem, Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten, Molkerei 2007. Nationales Tiergesundheitsüberwachungssystem, Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten, 2007. Sheila M. McGuirk, DVM, PhD und Pamela Ruegg, DVM, MPVM. Universität von Wisconsin-Madison